Rot-Grün-SehschwächeWer kennt das nicht? Hat sich einmal ein Rot-Grün-“Blinder“ zu erkennen gegeben, werden ihm sofort sämtliche Gegenstände in Rot oder Grün unter die Augen gehalten, nur um sicher zu gehen, dass er das wirklich nicht so sehen kann wie wir Normalsichtigen.

Wie das kommt? Bei der vererbbaren Farbfehlsichtigkeit können Betroffene die Farben Rot und Grün schlechter voneinander unterscheiden.

Ursache
 

In unseren Augen gibt es zwei Rezeptorenarten, die das bunte Treiben vor uns sichtbar machen: Die Stäbchen, die für das Hell-Dunkel-Sehen zuständig sind und die Zapfen, die das Farbsehen ermöglichen. Die Zapfen werden dabei in drei verschiedene Arten unterteilt, je nach spektraler Empfindlichkeit:


L-Zapfen – sind für langwelliges Licht empfindlich & das Sehen von Rot zuständig

M-Zapfen – sind für mittelwelliges Licht empfindlich & das Sehen von Grün zuständig

S-Zapfen – sind für kurzwelliges Licht empfindlich & das Sehen von Blau zuständig


Die L- und M-Zapfen haben unter den Betroffenen also irgendwas verzapft. Na gut, ganz so schuldig sind sie dann doch nicht. Der Übeltäter heißt nämlich Opsin und ist der Proteinanteil eines Sehpigments. Umso mehr Opsin in den Zapfen gebildet wird, desto besser können diese Lichtwellen und somit Farben erkennen. Die Opsinbildung für die L- und M-Zapfen wird auf dem X-Chromosom codiert. Ist dieses beschädigt oder gar defekt, spricht man von der Rot-Grün-Sehschwäche oder auch Blindheit. Dank des X-Chromosoms sind übrigens statistisch gesehen auch mehr Männer davon betroffen.

Für alle Wissbegierigen hat sicher der alte Biologiehefter weiterführende Informationen, was die Physiologie des Auges angeht.

Wirkung
 

Den Rot-Grün-“Blinden“ fällt es übrigens kaum auf, dass da was nicht stimmt, da sie ja von Geburt an dran gewöhnt sind. Spätestens wenn der Ein oder Andere Lokomotivführer, Polizist, Pilot oder Busfahrer werden möchte, macht's sich bemerkbar, da dann umfangreiche, augenärztliche Untersuchungen anstehen, bevor man seinem Traumberuf nachgehen darf.

 

Ersten Aufschluss darüber, das eine Fehlsichtigkeit vorliegt, kann der Ishihara-Test geben. Farbige Kreise, zum Beispiel in Grün- und Rottönen, bilden Zahlen ab, die nur Normalsichtige korrekt erkennen. Gänzlich Aufschluss über die Art der Fehlsichtigkeit, sollte man dann aber dem Augenarzt überlassen. Zumal die Vielfalt an Sehschwächen nicht bei Rot-Grün aufhört:

  1. Bei der Protanomalie (rot) und Deuteranomalie (grün) spricht man von einer Sehschwäche von Farben, da der Rot- bzw. Grün-Zapfen degeneriert.

  2. Bei der Protanopie (rot) und Deuteranopie (grün) spricht man von einer Farbblindheit, da der Rot- bzw. Grün-Zapfen gänzlich fehlt. Den Betroffenen erscheinen dabei Rot und Grün als Grautöne.

  3. Die Blauzapfenmonochromasie wiederum ist ein Sonderfall, bei der nur noch der Blau-Zapfen vorhanden ist. 
    Bei der Tritanomlaie degenieriert der Blau-Zapfen, bei der Tritanopie fehlt er gänzlich.

Leider ist eine Farbschwäche oder Farbblindheit nicht therapierbar. Aber zum Glück gibt's brillen.de Gleitsichtgläser, die die funktionierenden Zapfen und Stäbchen optimal unterstützen! Mit getönten Gläsern kann zudem Ihre Lichtempfindlichkeit sensibilisiert werden.

[ Foto © ricardoferrando - Fotolia.com ]


 

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