Was ist der VISUSSicherlich haben Sie die Bezeichnung VISUS schon einmal bei der Überprüfung der Augen gehört. Oder Sie haben eine entsprechende Angabe auf ihrem Brillenpass ausfindig machen können. Viele wissen jedoch gar nicht, was damit eigentlich gemeint ist und was der VISUS ausdrückt. Wir von brillen.de möchten es ihnen deshalb einmal verraten.

Was ist der VISUS?

Der VISUS ist keine ansteckende Krankheit oder ein hochkomplizierter Prozess, der in den Augen abläuft. Vielmehr wird unter diesem Begriff die Sehschärfe ausgedrückt, die jedes Auge mit Korrektur und ohne Korrektur aufbringen kann. Das bedeutet, dass damit das Potenzial der Augen, diverse Umweltstrukturen wahrzunehmen und zu erkennen, ausgedrückt wird. Klingt schwierig, ist es aber eigentlich nicht.

Stellen Sie sich vor, Sie schauen ohne ihre Brille in die Ferne. Sind Sie kurzsichtig, werden Sie dort wahrscheinlich nicht viel sehen, da alles mehr oder weniger verschwommen ist. Konturen sind nicht klar zu erkennen und auch Farben werden nur bedingt korrekt wahrgenommen. Der Fachmann würde ihnen in diesem „unbehandelten“ Zustand einen sehr schlechten VISUS bescheinigen. Vielleicht liegt dieser gar nur bei 0,4.

Setzen Sie dann aber ihre Brille auf, sieht die Welt gleich ganz anders aus. Konturen sind auf einmal scharf und auch bei den Farben sowie den kleinen Details gibt es keine Beschwerden mehr. Ihr VISUS hat sich durch die Korrektur mit der Brille somit deutlich verbessert. Im besten Falle liegt dieser nun bei 1,0 oder auch höher.

Augenmessen beim Optiker oder AugenarztSo wird der VISUS bestimmt 

Für die Bestimmung des VISUS schickt Sie ihr Augenarzt oder Augenoptiker natürlich nicht raus aufs Feld, um einmal in die Ferne schauen zu können. Vielmehr wird der VISUS mit Hilfe einer Refraktion, also einer Augenüberprüfung festgestellt. Dem Fachmann bieten sich dafür zwei unterschiedliche Methoden. Zum einen kann mit Schrifttafeln gearbeitet werden, auf denen Sie Zahlen oder Buchstaben in unterschiedlichen Größen erkennen müssen. Für Kinder, die noch nicht lesen können, gibt es diese Tafeln auch mit Motiven wie Tieren und Gegenständen. 

Die andere Methode funktioniert mit so genannten Landolt-Ringen. Auch diese sind in unterschiedlicher Größe auf einer Tafel fixiert. Das Besondere an den Ringen ist die Tatsache, dass diese jeweils eine Öffnung haben. Sie als Proband müssen dem Prüfer ansagen, wo sich die Öffnung im jeweiligen Ring befindet.

Die Schrifttafeln wie auch die Landolt-Ringe hängen in sechs Meter Entfernung vom Probanden. Da kaum ein Augenoptiker oder Augenarzt einen so langen Raum hat, wird mit Spiegeln gearbeitet. Je kleiner die Schrift oder auch die Ringe sind, die Sie entziffern können, umso höher der VISUS.

Übrigens: Um ein Auto sicher lenken zu können, schreibt das Gesetz in Deutschland einen VISUS von mindestens 0.7 vor. Unterschreiten Sie diesen, dürfen Sie rein theoretisch nicht mehr aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. In ihrem eigenen Interesse sollten Sie daher regelmäßig ihre Augen überprüfen lassen. Man selbst merkt meist nämlich meist erst recht spät, wenn es eine Veränderung bei der Sehleistung gab.