Dem „guten“ Sehen auf der Spur

Warum gibt es eigentlich Menschen, die bis ins hohe Alter hinein auch ohne eine Brille recht gut sehen können, während Andere wiederum von Kindesbeinen an mit einer Brille auf der Nase herumlaufen müssen? Ist eine Fehlsichtigkeit vererbbar oder welche Gründe kann diese haben?

Grundsätzlich gilt, dass jeder Mensch in seinem Leben irgendwann eine Brille benötigt. Auch wenn manche der Meinung sind, dass es ohne eine Sehhilfe doch noch ganz gut klappt, wird jeder Augenoptiker und jeder Augenarzt das Gegenteil beweisen können. Denn spätestens mit der deutlichen Ausprägung der Alterssichtigkeit wird es in der Nähe ohne eine entsprechende Korrektur nicht mehr ganz so gut mit dem Sehen klappen. Und dies passiert in der Regel zwischen dem 40. und dem 45. Lebensjahr. Auf einmal können die Buchstaben in der Zeitung oder auf dem Laptop nur noch dann richtig entziffert werden, wenn man diese aus der Entfernung betrachtet. Kommt man ihnen hingegen näher, verschwimmen sie.

Noch prekärer ist die Situation bei all jenen, die unter Myopie, also unter Kurzsichtigkeit, oder unter Hypermetropie, also unter Weitsichtigkeit leiden. Von diesen beiden Fehlsichtigkeiten kann man bereits im Kindesalter betroffen sein. Und mit ein wenig Pech trägt man diese Fehlsichtigkeiten ein ganzes Leben mit sich herum. Doch warum ist dies so?

Das Auge – ein kleines Wunderwerk

Das Auge ist einzigartig in seiner Beschaffenheit. Kein anderes Organ oder Körperteil ist so komplex. Darum lässt es sich auch nicht ersetzen. Zwar können inzwischen Hornhäute transplantiert und neue Linsen eingesetzt werden. Doch ein komplettes Auge kann und wird wohl auch in Zukunft nicht ersetzt werden können. Passen Sie daher immer gut auf Ihre Augen auf. Gehen Sie regelmäßig zum Augenarzt und lassen Sie Ihre Augen bezüglich Krankheiten überprüfen. Viele sind gut heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.

Da das Auge ein komplexes optisches System ist, ist es nur bedingt daran interessiert, sich an das Wachstum den Körpers anzupassen. So liegt die Fehlsichtigkeit bei Kindern in vielen Fällen daran, dass Ihr Körper nicht so schnell oder schneller wächst als die Augen. So kann es zu einer Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit kommen, weil sich die Strahlen, die am Ende als Punkt auf der Netzhaut auftreffen sollen, sich schon vor der Netzhaut oder hinter der Netzhaut treffen. Mit einer entsprechenden Brille kann dies korrigiert werden. Wer Glück hat, verliert diese Fehlsichtigkeit im jugendlichen Alter wieder, weil das Wachstum dies ausgleichen kann. Wer Pech hat, schleppt die Fehlsichtigkeit sein ganzes Leben mit sich herum.

Zum Teil kann eine Fehlsichtigkeit auch vererbt sein. In solch einem Fall vererbt die Mutter an den Sohn und der Vater an die Tochter. Bei anderen Betroffenen wiederum setzt eine Fehlsichtigkeit erst im Laufe des Lebens ein. Hinzu kommt die bereits erwähnte Alterssichtigkeit, die jeden erwischt und vor der man sich nicht „drücken“ kann. Stellen Sie sich daher darauf ein, dass Sie irgendwann auf jeden Fall eine Brille benötigen. Und seien Sie nicht traurig, wenn Sie diese schon haben. All jene, die Sie deshalb bemitleiden oder vielleicht sogar ein wenig ärgern, werden über kurz oder lang auch zu einer Brille greifen müssen.